Projekt
Die hessische Verwaltungsreform führt Landes- und
Kommunalbehörden in der Stadt Gelnhausen zusammen.
Auf dem Betriebsgelände der Kreiswerke Gelnhausen
entsteht das neue Landratsamt „Main-Kinzig-Forum“.
Alle vorhandenen Gebäude werden abgerissen. Eine
Wasserhaltungsanlage senkt das Grundwasser ab und leitet
es in die Kinzig ein. Die hydrogeologische Situation
ermöglicht ein Ansaugen salzhaltigen Grundwassers
und lässt eine Salzbefrachtung der Kinzig mit negativen
Folgen für die Gewässerfauna befürchten.
Unerwartet aufkommender Grundwassergeruch erfordert
ebenfalls weitere umwelttechnische Untersuchungen. Projektdauer
2003 bis 2004.
Bausubstanzuntersuchungen zum Abriss der Kreiswerke
In-Augenscheinnahme von 20 Büro-, Verwaltungs-
und Betriebsgebäuden mit einem umbauten Raum von
ca. 30.000 m3, Untersuchung auf Kontaminationen in verbauten
Baustoffen und aus Umweltschadens-Fällen mit
Historischer Recherche, analytischem Untersuchungsprogramm,
Beprobung und Analytik der verdächtigen Bausubstanzen
und fachgutachtlicher Begleitung der Abrissarbeiten.
Grundwasseruntersuchungen zur Baugrubenherstellung
- Grundwassermonitoring an 17 Wasserhaltungsbrunnen über
eine Zeit von 5 Monaten mit wöchentlichen oder
monatlichen Analysen auf Chlorid, Arsen und PAK`s.
- 5-monatige messtechnische Begleitung zur Direkteinleitung
von rd. 150.000 m3 entnommenem Grundwasser mit wöchentlichen
Untersuchungen des Zulaufs und der Kinzig auf Chlorid,
Arsen, PAK und Schwermetalle zur Sicherstellung der
Einleitwerte.
- Überlegungen zur Salzproblematik durch Auswertung
von Grundwasserganglinien, geohydrochemischen Analysen
und hydrogeologischen Informationen.
- Entnahme von 350 Grund- und Oberflächenwasserproben
mit Feldparametern, 286 Boden- und Grundwasseranalysen
auf PAK's sowie 95 Chlorid- und 130 Arsenanalysen.
- 5-tägiger Pumpversuch mit 17 zusammengeschalteten
Brunnen zur Zeitreihenuntersuchung der Schadensparameter
und Aussage zur geohydraulischen Interaktion zwischen
Oberem und Unterem Grundwasserleiter.
- Ursachenforschung zur Geruchsproblematik des Grundwassers
durch olfaktorsiche, photometrische und halbquantitative
Vor-Ort-Messungen zur Differenzierung in Biogene Gase
(H2S, Methan,CO2) und Erdgasaustritte (Methan, Odorierung
Tetrahydrothiopen) sowie Laboranalysen des Grundwassers
auf AOX, MKW, LHKW, PAK, As, Sulfide, Fischgiftigkeit,
Mercaptane, THT, GC-MS-Screening über branchentypische
Stoffe aus dem Anstrom der früheren, benachbarten
Gummiwarenproduktion Veritas.
- Grundwasseranalysen aufgrund der geologischen Hintergrundsituation
auf Arsen aus dem Rotliegenden und sulfidische Erze
(z.B. Silber, Blei) aus der Zechsteinformation.
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